Seit Ende 2020 musste vor vier als Cannabis abgegebenen Proben gewarnt werden, da auf ihnen synthetische Cannabinoide nachgewiesen wurden: Eine Probe wies AB-PINACA und drei weitere MDMB-4en-PINACA auf.

Synthetische Cannabinoide sind Verbindungen, die eine ähnliche Wirkung wie Tetrahydrocannabinol (THC) erzielen. Die meisten Verbindungen sind jedoch um ein Vielfaches stärker und teilweise auch länger wirksam als THC. Daher kommt es durch den Konsum von synthetischen Cannabinoiden vergleichsweise häufiger zu Überdosierungen und Vergiftungen, die sich wie folgt äußern können: Bewusstlosigkeit/Koma, Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem (wie Herzrasen bis hin zum Herzstillstand), Krampfanfälle, Übelkeit mit Erbrechen, Verwirrtheit, akute Psychose oder aggressives Verhalten. Bewusstlosigkeit stellt ein Erstickungsrisiko dar, wenn es dabei zum Erbrechen kommt. Die Gefahr einer Überdosierung kann durch eine ungleichmäßige Verteilung der Substanz auf dem Trägermaterial (z.B. Cannabisblüten) verstärkt werden. Da es sich um wenig erforschte Substanzen handelt, können bisher keine zuverlässigen Aussagen über Wirkungen, Risiken und Langzeitfolgen gemacht werden. Vom Konsum wird dringend abgeraten!

MDMB-4en-PINACA ist wie auch andere synthetische Cannabinoide bei der gleichen Menge um ein vielfaches stärker und vermutlich auch länger wirksam als Cannabis[1]. Auch Todesfälle wurden im Zusammenhang mit dem Konsum von MDMB-4en-PINACA bereits berichtet.

AB-PINACA ist im Jahr 2012 zum ersten Mal aufgetaucht. Tiermodellstudien legen nahe, dass es ca. 2-14 stärker wirksam ist als THC[2]. Wissenschaftliche Studien über Wirkungen und Effekten am Menschen liegen unseres Wissens bisher nicht vor. Der Konsum von AB-PINACA wurde Fallberichten zufolge in Zusammenhang mit schwerwiegenden Überdosierungen und Todesfällen gebracht.[3]

Safer Use – synthetische Cannabinoide [4]

  • Teste geringe Mengen – z.B. wenige Züge – bei Cannabisprodukten unbekannter Quelle an. Warte anschließend etwa 15 Minuten bis zum Eintritt der Wirkung ab. Falls die Wirkung ungewöhnlich ist, verzichte unbedingt auf den weiteren Konsum!
  • Vermeide Mischkonsum (auch mit Alkohol)!
  • Achte auf eine gute Vermischung deiner Cannabisprodukte – nimm z.B. einen Grinder zu Hilfe. Somit kannst du eine starke Konzentration möglicher synthetischer Cannabinoide auf einzelnen Blütenteilen vermeiden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Proben findest du hier: Warnung – Synthetische Cannabinoide

Bei Fragen oder Unsicherheiten zu diesem Thema, kannst du dich an checkit! MitarbeiterInnen wenden. Telefonberatungszeiten und Infos zur Onlineberatung findest du hier: https://www.checkyourdrugs.at/  Wir freuen uns auf deine Fragen !

 

 

 

[1] Krotulski, A. J., Cannaert, A., Stove, C., & Logan, B. K. (2020). The next generation of synthetic cannabinoids: Detection, activity, and potential toxicity of pent‐4en and but‐3en analogues including MDMB‐4en‐PINACA. Drug Testing and Analysis.

[2] Wiley, J. L., Marusich, J. A., Lefever, T. W., Antonazzo, K. R., Wallgren, M. T., Cortes, R. A., … & Thomas, B. F. (2015). AB-CHMINACA, AB-PINACA, and FUBIMINA: affinity and potency of novel synthetic cannabinoids in producing Δ9-Tetrahydrocannabinol–like effects in mice. Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 354(3), 328-339.

[3] Trecki, J., Gerona, R. R., & Schwartz, M. D. (2015). Synthetic cannabinoid-related illnesses and deaths. N Engl J Med, 373(2), 103-107.

[4] https://suchtpraevention-zh.ch/wp-content/uploads/2021/04/210409_Schnelltest-Cannabis-Factsheet_Safezone.pdf

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